The Hate U Give von Angie Thomas

Es gibt Bücher, die nehmen einen den Atem. Nicht nur vor spannend, sondern auch vor Traurigkeit. Eigentlich wollte ich nach dem Buch „Die Moor Tochter“ einem Psychothriller, der so brutal war, das er mich mehr mitnahm als man vorerst denkt, ein Buch lesen, das etwas ruhiger ist. Ein Jugendbuch schien mit hierbei passend. Doch von ruhig keine Spur. Den die Traurigkeit nahm einen mit auf eine Reise in ein Leben, das Realer scheint als man es je zu erträumen mag. 

Das Buch The Hate U Give  erschien am 24. Juli und ist preislich für 17.99€ zu erwerben. Die englische Ausgabe, die im Februar dieses Jahres erschien, hatte vom ersten Augenblick meine Aufmerksamkeit. Es hatte viele positive Kommentare bekommen, sei es auf Amazon selber oder in einigen Buchblogs. Doch ist mein Englisch nicht so gut, das ich gleich ein komplettes Buch in dieser Sprache lesen kann und so wartete ich gespannt, bis endlich die deutsche Ausgabe erschien. 

ღ♥═══ღ♥═══ღ♥═══ღ♥═══ღ♥═══ღ♥═══ღ♥═══ღ♥═══ღ♥

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen…

Bildrecht bei Randomhouse
  • Autorin: Angie Thomas 
  • Titel: The Hate U Give
  • Preis: 17,99€ [D, Gebundene Ausgabe] 
  • Broschiert: 512 Seiten
  • Verlag: cbt (24. Juli 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570164829
  • erschienen am: 24.07.2017

 

 

ღ♥═══ღ♥═══ღ♥═══ღ♥═══ღ♥═══ღ♥═══ღ♥═══ღ♥═══ღ♥

Von Autorin Angie Thomas hatte ich bislang noch kein Buch gelesen gehabt, aber wie ihr ja wisst, liebe ich es neue Autoren kennenzulernen. Da dieses besonderes bei Buchbloggern derzeit extrem polarisiert, musste auch ich meine Meinung dazu erzählen. Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele Berichte ich dazu gelesen habe. Die einen finden es zu realistisch für ein Jugendbuch, die anderen zu langweilig und dann gibt es wieder die, die es nicht weglegen konnten. Selber habe ich keine 3 Tage daran gesehen.

Aber um was geht es hier eigentlich? Starr, eine 16-Jährige lebt mit ihrer Familie in einem Armenviertel und hat ihr Leben noch vor sich. Sie erzählt von sich, ihrer Familie und dem Leben im Viertel. Aber auch von ihrer Privatschule, bei der es nur wenige Schwarze gibt. Auf einer Party trifft sie nach langer Zeit ihren besten Freund Kahlil wieder. Eine wunderbare Freundschaft, die auch nach Monaten so fest an sich hält. Plötzlich fallen Schüssen und die beiden fliehen. Kahlil fährt sie nachhause, damit sie sicher ist, doch werden beide von der Polizei angehalten und Kahlil wird von ihnen erschossen. Er hatte keine Waffen bei sich, hat sich nicht gewehrt und dennoch, wird er vor den Augen von Starr einfach erschossen……

Zu gerne würde ich sagen, das hier viel Fantasie mit sich spielt. Aber ihr wisst alle, das auch heute noch viele erschossen werden, nur weil sie eine andere Hautfarbe haben. Es ist noch gar nicht all zulange her, als zwei dunkelhäutige Männer von Polizisten erschossen wurden „ebenso unbewaffnet“ und das Thema über Wochen in den Medien lief. Das Buch ist in einer Ich-Form geschrieben und erzählt schonungslos das Leben von dunkelhäutigen.

Ein Buch, das einem so nah geht und ihr unbedingt lesen müsst. Es ist so real, schon fast wie eine Dokumentation, das auf jeden Fall gehört werden muss. Es muss so viel getan werden, das Menschen wegen der Hautfarbe ausgegrenzt werden, wegen ihrer Herkunft beschimpft werden und es muss angefangen werden, gemeinsam zu leben. Es ist traurig, dass im Jahre 2017 dies immer noch nicht möglich ist. Traurig, das es sowas überhaupt gibt/gab.

Liebe Grüße