Rezension – Adam der Affe

Schon als Kind gehörten für mich die Tiere nicht in den Zirkus, nicht in den Zoo und schon gar nicht in ein Labor. Tiere gehören in die Wildnis.  Aber mit den Jahren wird man älter und die Abneigung gegen Zoos, hat sich verändert. Heute hat ein Zoo auch seine guten Seiten. Kann sie uns einiges belehren, uns die Tiere näher bringen. Und vielleicht einige vor dem Aussterben schützen? Zwar sehe ich meine besuche in Zoos immer noch mit gemischten Gefühle, will aber meinem Kind aufklären.

Ebenso bin ich einer der Menschen, denen es egal ist, woher jemand kommt. Egal, welche Kultur man hat und welche Hautfarbe. So gab es in meinem Umfeld zwar viele, die nicht so fanden wie ich „leider auch Familienmitgliedern“, aber ich ließ mich nie von meiner Meinung abbringen. Sind wir nicht alle gleich? Schon damals fand ich es schrecklich, einen Menschen abzulehnen, nur weil er anderes war. Anderes heißt doch einzigartig und einzigartig sind wir alle.

In den letzten Tagen erreichte uns ein Buch, was einem zum Nachdenken bringt. Das Büchlein, mit dem Titel „Adam der Affe„, wühlt gleich zwei große Themen auf. Tierschutz und Integration. Von Geburt an, zeige ich meinem Kind, dass es egal ist woher ein Mensch kommt und welche Hautfarbe man hat. Ebenso versuche ich meinem Kind zu erklären, dass Tiere ebenso Gefühle haben.

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Adam der Affe

Kenny, der Junge der nicht nur seinen Vater verlor, sondern auch seine Mutter kaum zu Gesicht bekommt, ist ein Außenseiter. Er kann nicht reden und verkriecht sich zu Hause vor dem Computer. Eines Tages, nimmt er nach der Schule den Weg im Park und erblickt einen Zirkus. Dort lernt er den Affen Adam kennen, der wie er die Gebärdensprache kennt. Obwohl seine Mutter dagegen ist, dass er wieder zu diesen Affen geht, geht Kenny auch am Tag darauf zu ihm. Doch plötzlich passiert ein Unglück und der Affe wird beschuldigt. Adam, der begreift das er fliehen muss, schnappt sich Kenny und flüchtet. Kenny will dem Affen helfen und das Abenteuer beginnt.

Das Buch ist für Mädchen und Junge im Alter von 9 bis 13 Jahre sehr gut geeignet.  Im Buch gibt es 6 Zeichnungen, sowie 12 Fotos.

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Das Cover finde ich ganz hübsch. Es hat eine einfache, farbliche Zeichnung bei denen Kenny und Adam im Mittelpunkt zu sehen ist. Beide auf Bäumen, im Hintergrund die Stadt. Wie in einer Szene im Buch. Ich selber, finde das Bild gelungen. Auch meinem Kleinen, gefällt es. Er hätte sich allerdings etwas mehr Farbe gewünscht und die Zeichnung nicht all zu dunkel. Ja, ein 5 jähriger der täglich eine Gute-Nacht-Geschichte zu hören bekommt, der weiß ganz genau was er will. Die Bilder im Buch sind schwarz-weiß. Das fand ich etwas schade. Gerne hätte ich sie in hellen, zarten Tönen gesehen. Auch mein Kind, hätte sich farbige Bilder gewünscht. Nichts zu trotz, sind sie gut gezeichnet. Geben uns immer wieder einen kleinen Bildlichen Einblick in das Geschehen.

Die Geschichte geht sehr traurig los. Wir befinden uns auf den Bahnsteig und Kenny, der eine Taube mit ein paar Kugeln abschießt, wird von einer älteren Dame angesprochen. Sie Redet auf ihn ein, versucht ihm zu erklären, dass den Tieren das weh tut. Aber Kenny scheint dies nicht zu kümmern. Bis er selber das Opfer einer Schlägerei wird. Auch zuhause, hat Kenny kein leichtes Leben. Seine Mama ist nur am Arbeiten und er verkriecht sich lieber vor dem PC. So sind die ersten Kapitel des Buches doch sehr emotional. Im laufe der Geschichte gibt es für Kenny und Adam immer wieder solche Momente. Aber natürlich auch erfreuliche und spannende.

Beide scheinen sehr erfinderisch zu sein und erwecken die Fantasie in einem. Die Schreibweise des Buches ist fließend und in vielen Absätzen unterteilt. Das Zusammenspiel, zwischen einen Jungen, der nicht von der Welt akzeptiert wird und einem Affen, der gequält wird, soll unsere Kids zum Nachdenken animieren. Dies passiert auch, zumindest bei meinem. Wobei es für ihn noch nie ein Thema war, wie ein Mensch aussieht und welche Behinderung es hat. Bin froh, dass er einen Platz in einem Integration-Kindergarten hat.

Für mich ein gelungenes Buch, auch wenn es Momente hat, bei denen gerne mal ein wenig übertrieben wird. Bei denen die Geschichte ein wenig unrealistisch wirkt. Allerdings sollte man hierbei nicht vergessen, dass es sich um ein Kinderbuch handelt und das eben auch darein gehört.

Liebe Grüße