Der Outsider von Stephen King

Im Stadtpark von Flint City wird die geschändete Leiche eines elfjährigen Jungen gefunden. Augenzeugenberichte und Tatortspuren deuten unmissverständlich auf einen unbescholtenen Bürger: Terry Maitland, ein allseits beliebter Englischlehrer, zudem Coach der Jugendbaseballmannschaft, verheiratet, zwei kleine Töchter. Detective Ralph Anderson, dessen Sohn von Maitland trainiert wurde, ordnet eine sofortige Festnahme an, die in aller Öffentlichkeit stattfindet. Der Verdächtige kann zwar ein Alibi vorweisen, aber Anderson und der Staatsanwalt verfügen nach der Obduktion über eindeutige DNA-Beweise für das Verbrechen – ein wasserdichter Fall also?

Bei den andauernden Ermittlungen kommen weitere schreckliche Einzelheiten zutage, aber auch immer mehr Ungereimtheiten. Hat der nette Maitland wirklich zwei Gesichter und ist zu solch unmenschlichen Schandtaten fähig? Wie erklärt es sich, dass er an zwei Orten zugleich war? Mit der wahren, schrecklichen Antwort rechnet schließlich niemand.

Noch in keinem anderem Jahr habe ich so viele Bücher von Stephen King gelesen wie im letzten. Es sind einfach so viele spannende Geschichten erschienen, dass man gar nicht an ihnen vorbeigehen kann. Der Outsider war das letzte Buch, was herausgekommen ist und natürlich nahm ich mir auch dieses zur Hand. Wobei mir ja das Cover zunächst etwas verwirrt hat. Mein Geschmack trifft dieses jetzt nicht. Das Buch hat über 700 Seiten und erschien am 27. August 2018.

In die Geschichte bin ich diesmal jedoch nicht gleich hineingekommen. Er beginnt mit der öffentlichen Verhaftung von Terry, dazu im Wechsel mit den Verhören der Zeugen bei der Polizei. Das hat mich etwas durcheinander gebracht. Jedoch habe ich mich schnell gefangen und konnte der Geschichte am Ende gut folgen. Der Outsider ist im Gegensatz zu den anderen Bücher von Stephen etwas komplett neues. So ist er nicht nur ein Doppelgänger, sondern das Böse in Person (Gestalt). Er nährt sich am Leid und Elend der anderen und kann sich so stärker.

Die Anderson Familie steht in diesem Buch im Mittelpunkt, die sich im Laufe der grausamen Geschichte immer mehr verändert. Spannend, wie aus einem „normalen“ Fall, am Ende etwas so grausames herauskommt. Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt, fand aber einige Stellen ziemlich erschreckend. King hat eine interessante Fantasie und lässt sie auch in diesem Buch wieder komplett heraus. Neu ist auch, dass man diesmal eine genaue Vorahnung hat, wie die Geschichte hinausläuft. Die Story wird in unterschiedlichsten Perspektiven verschiedener Charaktere geschildert.

Die bedrohliche und mystische Atmosphäre zog sich bis zum Schluss hin und hat mich mit seinen Wandlungen immer wieder überrascht. Obwohl ich irgendwann wusste, was Detective Anderson herausfinden wird, fand ich das Buch wieder einmal unglaublich spannend und es fiel mich sichtlich schwer, es wegzulegen. King ließ uns keinem Atemzug entspannen, den kaum scheint, es ruhiger zu werden, kommt schon das nächste erschreckende Ereignisse. Ein richtiger Thriller ist er allerdings nicht, da dieses Buch Kriminal- und Horrorelemente enthält.

Liebe Grüße