Böse Schatten von Christian v. Ditfurth

In Hamburg wird die Leiche eines Mannes gefunden, der 25 Jahre zuvor zu Tode gefoltert wurde. In seinem Mund steckt ein Fetzen Papier, von dem sich die Polizei Rückschlüsse erhofft. Oberkommissarin Rebekka Kranz bittet Josef Maria Stachelmann, den frisch berufenen Uni-Professor mit Privatschnüffler-Vergangenheit, um Hilfe. Eine Autobombe explodiert vor seinem Haus, in seiner Wohnung sind Abhörwanzen, er wird offen beschattet, sein Assistent Georgie wird schwer verletzt. Aber Stachelmann lässt nicht locker und stößt bei seinen Recherchen auf ein finsteres Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte.

Spannungsliteratur mit politischem Anspruch

Es geht in die 7. Runde. Ein weiterer Fall für Stachelmann und ich bin mitten drin. Angefangen hatte ich bei dieser Buchreihe mit Band 4 und dem Titel Lüge eines Lebens, das 2008 erschien. Damals noch etwas unbeholfen, hat sich die Schreibweise der Bücher in den laufe der Jahre sehr verändert. Aber nicht nur der Autor und deren Geschichten entwickeln sich weiter, auch die Cover der Bücher, wirken moderner und ansprechender.

Bei diesem Buch ermittelt Stachelmann und sein langjähriger Freund und Kollege Georgie. Beide sind ein eingespieltes Team, das gut zusammen passt. Die Story beginnt bei einer kleinen Familie, die ihre verstorbene Katze begraben möchte und dabei zufällig eine 25 Jahre alte Leiche eines Mannes entdeckte. Zuerst nimmt Rebekka Kranz die Ermittlungen auf, doch kommt sie an einem Punkt nicht weiter. Im Mund des gefolterten Toten befinden sich Papierfetzen, hierbei handelt es sich anscheint um Dokumente oder Zeitungsausschnitte. Sie bittet Josef Maria Stachelmann um Hilfe. Er und sein Partner untersuchen jeden einzelnen Papierfetzen, alle Archive und sprechen immer wieder mit Rebekka.

Anne Derling, die Freundin von Stachelmann macht ihn während des Falles immer wieder Vorwürfe. Er soll sie und ihren Sohn Felix durch solche Fälle immer wieder in Gefahr bringen. Stachelmann denkt oft darüber nach und wird sehr abgelenkt dadurch, was die Aufklärung des Falles extrem verhindert.

In der Story wird sehr auf das Privatleben von Stachelmann eingegangen, sodass wir viel über ihn erfahren. Aber auch über seine Frau, der die Jobwahl ihres Mannes nicht sonderlich gefällt. Der Fall ist recht interessant, dadurch das Privatleben aber zu oft in Vordergrund gestellt wird, fehlt es bei der Aufklärung oft an Spannung. In die Story hineinzukommen, habe ich etwas gebraucht. So ist die Schreibweise des Buches zwar sehr flüssig und enthält zudem keine schweren Wörter, dennoch wurde ich erst einmal nicht wahr. Vielleicht war der Anfang für mich auch einfach zu plump. Persönlich fand ich gut, dass die drei nicht gleich vorangekommen sind und oft auf dem Schlauch standen, sodass die Auflösung des Buches sich bis zum Ende hinzog. Etwas seltsam fand ich die sehr kurzen Kapitel, die Teilweise nicht länger als 1 1/2 Seiten lang sind.

Die Geschichte hätte durchaus 100 Seiten weniger sein können. Es gab zuviel unnötiges das zu dem Buch und Stachelmann nicht passt. Dennoch habe ich mich Unterhalten gefühlt und erfreute mich an die Story und dem neuen Fall.

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  • Titel: Böse Schatten
  • Autor/in: Christian v. Ditfurth
  • Preis: 10,00€ Taschenbuch
  • Verlag: Penguin Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3328101772
  • Seiten: 416 Seiten
  • Erschien: 12. März 2018

Christian v. Ditfurth, geboren 1953, ist Historiker und lebt als freier Autor in Berlin und in der Bretagne. Neben Sachbüchern und Thrillern hat er bislang sechs Kriminalromane um den Historiker Josef Maria Stachelmann veröffentlicht. Im März 2018 erscheint Stachelmanns siebter Fall »Böse Schatten«. Zuletzt erschienen Ditfurths Thriller »Zwei Sekunden« und »Giftflut«.

Liebe Grüße

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