Perfect Mom – Perfekt war gestern!

♪♫♪Lass die Leute reden und hör ihnen nicht zu. Die meisten Leute haben ja nichts Besseres zu tun♪♫♪

Ärzte haben es mit dem Song auf dem Punkt gebracht und in der Tat ist es wichtig, dass man andere einfach reden lässt. Ist doch egal ob du 20 KG mehr auf den Hüften hast, ob du dir nicht so viel leisten kannst wie andere oder ob du eben keine perfekte Mutter bist. Und wenn wir gerade bei „keine perfekte Mutter“ sind, gebe ich zu, dass ich zu diesen Müttern gehöre. Aber ganz ehrlich? Es ist gar nicht so schlimm, keine perfekte Mutter zu sein.

Aber gibt es eigentlich die perfekte Mama? Nun, es kommt ganz darauf an, was man unter perfekter Mutter versteht. So gibt es Mütter, die jeden Wunsch von den Lippen ablesen, statt einen Vollzeitjob annehmen nur halbtags gehen und die Zeit nur mit ihrem Kind verbringen, ihnen alles hinterher räumen. Mütter, die jeden Tag frisch kochen, die Wohnung jeden Tag auf Hochglanz bringen und ihren Kids einen großen Freiraum geben.

Und ich, gehöre mit Sicherheit nicht zu diesen Müttern und bin da auch ganz froh darüber. Den würde ich alles für mein Kind tun, würde ich ihn viel zu sehr verwöhnen und das fände ich nicht so gut bei der Entwicklung. Mein Kind soll von Anfang an lernen, dass man nicht alles haben kann und das Mama auch mal keine Zeit und Lust hat zu spielen. Ja, auch Mütter haben mal keine Lust zu spielen. Und dann gibt es noch diese Tage, an denen andere einem gegenüberstehen und einem anschauen, als sei man schon fast eine „Rabenmutter“.

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Das bettelnde Kind: Wir waren alle mal klein und wir taten es alle. Das Erbetteln von Süßigkeiten, einer neuen Zeitschrift und eines Spielzeuges. Doch wie ich schon erwähnte, bekommt mein Kleiner nicht jedes mal etwas und muss sich inzwischen seine Süßigkeit von seinem eigenen Taschengeld kaufen. „Früh übt sich“. Doch ab und an vergisst er dieses und man, Kinder können ja so lieb fragen. Doch Mama bleibt hart, denn wer einmal nachgibt, hat schon verloren.

Also kommt es, wie es kommt und das Kind fängt an zu bocken, zu schreien und stampft auf dem Boden auf. Und ich? Ich finde das schon ziemlich witzig, mach öfter mit oder setze mich auch mal auf den Boden im Supermarkt. Für viele Mütter eine unangenehme Situation, bei denen viele nachgeben. Für mich nicht und ich bin der Meinung, dass es meinem Kind viel peinlicher ist, wenn andere starren. Ich musste mir bei solch einer Aktion schon oft anhören, dass ich meinem Kind nicht gönne, eine Rabenmutter bin oder sehr unsensibel wäre.

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Ein langer Tag im Kindergarten: Nicht immer, aber oft gehört Kai zu den ersten Kindern, die den Kindergarten früh betreten. Dann möchte man meinen, er gehört auch zu den Ersten der abgeholt wird. Nix da. Durch die Arbeit auch gar nicht möglich und so kommt es auch mal vor, dass er eben nicht nach dem Vesper um 15 Uhr geholt wird, sondern eben erst um 16Uhr-16:30Uhr.

Für viele undenkbar und so bekommt nicht nur Mama, sondern auch mal Papa zu hören, dass wir uns nicht um unser Kind kümmern. Mir wurde sogar schon geraten, dass ich mir ein Teilzeitjob suchen soll. Dass man aber von 700€ im Monat nicht leben kann und ich nicht von irgendwelchen Ämtern abhängig sein will, das begreifen einige leider nicht. Für sie ist es normal, nur 4 Stunden am Tag zu gehen und den Rest des Tages sich von anderen bezahlen zu lassen.

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Das Chaos darf uns auch mal beherrschen: Ich gehöre nicht zu den Müttern, die ihrem Kind alles hinterher räumen. Mein Kleiner musste schon mir 2 Jahre mit aufräumen und auch seinen Teller an den Tisch zu bringen. Auch hier, gab es oftmals Anfeindungen, wenn ich es erzählt habe. Dabei finde ich es sehr wichtig, dass Kinder von früh anlernen, mitzuhelfen. Aber auch so, muss ich meine Wohnung nicht jeden Tag auf Hochglanz bringen und es darf ruhig mal aussehen, als würden hier nicht nur ein Kind, sondern gleich 3 Kinder wohnen.

So liegt eben das Spielzeug nicht nur im Kinderzimmer, sondern zieht seine Spur durch den Flur bis hin zum Wohnzimmer. Nur Küche und Bad, bleiben unberührt und Mama ist froh, dass wenigstens die zwei Räume wie bei einem „Putzteufel“ aussieht.

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Fehler machen gehört zum Leben dazu: Aber es gibt noch viele kleinere Dinge, die aus mir nicht unbedingt eine Perfekte Mama machen. So kommt es auch mal vor, dass ich das Frühstück für den Kleinen zuhause liegen lasse und noch einmal in die Kita fahren muss. Es kommt durchaus vor, dass ich länger als mein Kind schlafe und er dann eben schon etwas Fernsehen schaut, spielt oder das Kinderzimmer komplett ausräumt. Ich lasse meinem Sohn mit seinen 5 Jahren auch mit meinem Handy und Tablet spielen, was wie ich selbst von Kita Erzieher schon hören musste „Nicht kindgerecht und soll zur Erziehung des Kindes nicht dazu gehören“. Ich gebe mein Kind auch mal an den Vater ab, um einfach mal Zeit für mich zuhaben. Manchmal muss man ja auch an sich denken, was natürlich auch einigen nicht passt.

Aber ganz ehrlich? Eigentlich ist es doch egal, wie andere einen sehen. Wichtig ist, wie das Kind einem sieht und auch, wenn ich von mir selber sage, dass ich keine perfekte Mama bin, so bin ich das für meinen Sohn. Der er bekommt die Liebe und Zuneigung die er braucht. Er bekommt Freiheiten und ich finde, dass ich meinem Kind genau richtig erziehe.

Aber wie siehst du das? Was macht dich zur einer Perfekten Mutter? Oder siehst du das wie ich?

Liebe Grüße

12 Comments

  1. Jana

    April 9, 2017 at 9:04 am

    Perfekt sein – wer kann das schon? Ich finde, solange man als Mama sein Bestes gibt, dem Kind Liebe und Zuneigung schenkt, es spüren lässt, dass es mit allen Problemen zu einem kommen kann, dass man seine Wünsche wahrnimmt (auch wenn man sie finanziell oder zeitlich nicht immer erfüllen kann), dann ist man schon eine gute Mama! Vielleicht nicht perfekt, aber er ist das schon? Zum perfekt sein braucht man gewisse Rahmenbedingungen, die man im normalen Berufsalltag, mit normal gefülltem Geldbeutel, ohne Papa/ andere Unterstützung an der Seite gar nicht haben kann. Deshalb bemühe ich mich auch nicht perfekt zu sein, eine gute Mama zu sein, reicht mir schon!
    Schönes Thema und so wichtig, liebe Nicole!

    Liebe Grüße
    Jana

  2. instylequeen

    April 9, 2017 at 9:45 am

    Puuuuhhhhhh…. ich finde das Thema Kindererziehung immer schwierig. Da kann man sich sogar mit guten Freunden gut streiten. Ich glaube es ist einfach wichtig als Eltern eine gute Balance zwischen dem Wohl des Kindes und seinen eignen Bedürfnissen zu finden. Perfektionismus kann Kindern ja ebenfalls schaden und ein wenig Echtheit finde ich da viel gesünder. Liest Jasmine

  3. Moni

    April 9, 2017 at 10:49 am

    Schön geschrieben. Ich glaube, das es die Perfekte Mama, wie das Fernsehen einem das so schön zeigt, so nicht gibt. Jede Mama ist auf ihre Art perfekt, solange dass das Kind so sieht.

    Grüße

  4. Carmen

    April 9, 2017 at 11:30 am

    Ich finde deine Ansichten sehr gut und auch gesund. Wenn ich als kleines Kind in der Öffentlichkeit gebockt habe, hat mich meine Mutter einfach mal schreien gelassen. Ich habe auch sehr selten Süßes bekommen und warude auch sonst nicht mit Geschenken und anderem Zeug überschüttet. Später bekam ich dann auch Taschengeld, aber wenn das leer war, war nun eben auch mal Schluss. Und heute ? Heute bin ich erwachsen, aus dem Haus und liebe meine Mutter immernoch so sehr. So viel kann sie also nichts falsch gemacht haben.
    Liebste Grüße
    Carmen

  5. pinkstrawberrycigarettes

    April 9, 2017 at 11:48 am

    Also ganz ehrlich…? ABSOLUT richtig so! Dieses dumme rückständige Denken, eine Mutter müsse sich selbst komplett aufopfern nur um ihrem Kind permanent Zucker in den Arsch zu blasen, find ich bescheuerter als kaum was anderes. Ich wurde so auch nicht erzogen. Meine Mutter war, wie du, Vollzeit berufstätig. Ich musste früh selbstständig sein, mich mit mir selbst beschäftigen können und Dinge ohne Betteln und Rummeckern zu Stande bringen. Geschadet hat es mir nicht, ganz im Gegenteil. Ich war schon wesentlich früher autonomer als viele meiner Gleichaltrigen. Und soll ich dir mal was sagen? Diese ganzen Mütter, die sich nach der Geburt zu 1000 % nur auf ihr Kind konzentrieren, stehen vor einem Scherbenhaufen, vor einem leeren Nichts, wenn das Kind mit 18 erst mal 400 km weit weg zieht um dort zur Uni zu gehen. Dann merken sie, dass sie eigentlich nichts erreicht haben und sich in die Rolle der Übermutter nur hinein geflüchtet haben. Ich bin ehrlich schockiert, dass du dir Anfeindungen für dein Verhalten anhören musst. Unsere Großmütter und Mütter haben für unsere Emanzipation hart gekämpft – und nun sollen wir das aufgeben und immer noch nur das Heimchen am Herd sein, nur weil ein Kind aus uns rausgekrabbelt ist? Boah, solchen Menschen würde ich was erzählen… Ich lebe derzeit in Japan. Die Gesellschaft ähnelt der der BRD in den 60ern. Mütter haben hier nicht zu arbeiten, die Devise lautet „Kind und Küche“. Ich schreibe demnächst einen Blogeintrag drüber, in welch beschissenen gesamtgesellschaftlichen Strukturen und in welch rotzfrechem Verhalten der Kinder diese Scheiße hier endet. Selten habe ich so viele bis zum Erbersten verwöhnte Rotzlöffel gesehen wie hier in Japan. Da kommt mir ehrlich das Kotzen… Du machst meiner Meinung nach alles richtig und verdienst Rückenwind und Bestärkung! Aus mir ist ein erfolgreicher, differenziert denkender, organisierter und selbstständiger Mensch geworden – weil meine Eltern mich so erzogen haben wie du. Und dafür danke ich ihnen bis an mein Lebensende.

    1. Himmelsblume

      April 9, 2017 at 12:30 pm

      Wow, danke für deine Ehrlichen Worte und ich freu mich lesen zu können, dass so viele auch meiner Meinung sind.

      Alles liebe

  6. Julia

    April 9, 2017 at 1:39 pm

    Ich glaube Perfekt gibt es nicht. Es gibt in jeder Familie etwas, was man sich vielleicht wünscht oder nicht wünscht. Deinen Weg den du gehst finde ich richtig. Es bedeutet auch Mut nicht nachzugeben im Supermarkt, gerade wenn die anderen dann genervt schauen. Doch das nicht nachgeben, ist auch ein Weg den das Kind nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch für die Zukunft prägt. Und mal ehrlich, alles bekommen was das kind möchte? Das ist falsch und das geht auch nicht. Was bekommen, also mal Bücher, was süßes usw. soll etwas besonderes bleiben und nicht selbstverständlich sein. ich denke das du das mit deinen Leben, deinen Kind alles richtig machst. Den das wichtigste ist doch, das man sein Kind liebt und man da ist, wenn man gebraucht wird. Das man in Arm genommen wird, wenn man das möchte. Den das gibt es in einigen Familien leider nicht. Was nützt einen als kind ein Zuhause das immer Glänzt, ein Kinderzimmer voll mit Spielsachen und allem was man möchte. Wenn die Nähe und das lieben und in Arm nehmen fehlt? Ich möchte lieber weniger haben aber dafür die Liebe der Eltern haben. Das kann man nicht kaufen. Gehe deine Weg weiter, er ist richtig.

    Liebe Grüße
    Julia

  7. dahi tamara

    April 9, 2017 at 2:56 pm

    es gibt keine perfektion. nur perfektionismus. allerdings ist die vorstellung der ‚perfekten mutter‘ sowieso zum größten teil geprägt und oberflächlichkeiten und materialismus – ich finde deswegen deine einstellung sehr gut. wir sind ja alle nur menschen und können damit sogar gar nicht erst perfekt sein 🙂

    liebe grüße
    dahi

  8. Héloise

    April 9, 2017 at 3:50 pm

    Ich finds gut =) Ich arbeite als Grundschullehrerin und mir sind die engagierten aber entspannten Mütter viel lieber als die verkrampften =)
    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

  9. Christine

    April 9, 2017 at 4:27 pm

    Ich finde, dass jedes Elternteil selbst entscheiden muss, wie es die Kinder erzieht. Ich finde vieles vielleicht bei anderen nicht gut und sie bei uns vielleicht nicht. Aber „leben und leben lassen“ das ist der richtige Weg! Eltern spüren schon, was richtig ist.

  10. Bo Smint

    April 9, 2017 at 5:09 pm

    Hallo, hast du gut geschrieben und perfekt muss nicht sein. Für jeden ist perfekt aber auch etwas anderes. Einen Mittelweg zwischen für die Kinder da sein und für sich Zeit nehmen, das muss jeder für sich finden und desto entspannter man ist, desto besser für alle Beteiligten.
    Liebe Grüße
    Bo

  11. Sarah

    April 9, 2017 at 7:43 pm

    Hast du super beschrieben! Ich kann da noch nicht mitreden, aber ich seh das wie du 🙂
    Ich wünsche dir einen wundervollen Abend <3
    Liebst, Sarah von Belle Mélange
    belle-melange.com

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